Sie weihten das "Haus des Sports" mit ein: (von links) SPD-Landtagsabgeordneter Carsten Pörksen, der früherer Oberbürgermeister Rolf Ebbecke, Oberbürgermeister Andreas Ludwig, Architekt Michael Anton und Staatssekretär Roger Lewenz.

Foto: Klaus Schmelzeisen

1:0 für die Sportstadt

"Haus des Sports" wurde gestern eingeweiht

Ein klarer Sieg für die Sportstadt Bad Kreuznach: Im "Haus des Sports" im Salinental können sich ab sofort Athleten aus ganz Deutschland einmieten, um die Trainingsangebote der Region zu nutzen. Der Kreuznacher Hockey Club (KHC) hat das Bauprojekt fertig gestellt und feierte gestern die Eröffnung.

 

BAD KREUZNACH. Das neue Haus des Sports soll dazu beitragen, die Stadt an der Nahe bundesweit wegen der guten Trainingsmöglichkeiten bekannt zu machen. Ein Ziel, das sowohl Stadt als auch Land mit erheblichen finanziellen Mitteln unterstützten: 610 000 Euro kostete der Aus- und Umbau des ehemaligen KHC-Clubheims. Die Summe hätte der Sportverein niemals allein aufbringen können. Stadt und Land ließen sich aber von der Idee überzeugen, Athleten verschiedener Disziplinen unter einem Dach zu vereinen und so Sportler aus ganz Deutschland nach Bad Kreuznach zu holen. Daher bezuschusste das Land das Projekt mit 300 000 Euro, die Stadt gab 60 000 Euro dazu.

Im Erdgeschoss ist nun ein großer Gastraum mit einem edlen, dunklen Holzboden und Stühlen mit rotem Lederbezug entstanden. Der Raum kann so abgetrennt werden, dass problemlos ein Schulungszimmer entsteht. Außerdem ist eine Frühstücksküche vorhanden.

Das ehemalige Clubheim ist zudem um eine Etage aufgestockt worden: Im Obergeschoss gibt es sechs Dreibett-, ein Doppelzimmer und einen Raum für einen Betreuer, alle mit eigenen Sanitäranlagen. Das Nutzungskonzept der Tagungs- und Begegnungsstätte sieht Lehrgänge, Sportcamps, Trainingslager, Seminare und Schulungen vor. Die Plätze und Spielfelder im Stadion Salinental liegen in unmittelbarer Nähe. Darunter sind eine Laufbahn, eine Hoch- und Weitsprunganlage und 16 Tennisplätze sowie die Kanu- und Ruderstrecke auf der Nahe, die den Athleten zur Verfügung stehen. "Das ist eine außergewöhnlich gute Infrastruktur für den Sport", lobte der Präsident des Sportbundes Rheinland, Hermann Höfer. "Hier kann was abgehen, das ist gut für die Stadt", fügte Oberbürgermeister Andreas Ludwig hinzu.

Aus den Mieteinnahmen und der Verpachtung des Gastraums will der KHC den Umbau finanzieren. 25 Euro pro Nacht kostet eine Nacht im im Haus des Sports, Frühstück gibt es für fünf Euro. "Vereinen werden wir aber auch Sonderkonditionen anbieten", sagt KHC-Pressewart Stephan Rothländer.

Die Idee, das ehemalige Clubheim in ein Haus des Sports zu verwandeln, entstand übrigens aus einer Notlage: "Unser Dach war marode und undicht, da hat es rein geregnet", erzählt KHC-Vorsitzender Stefan Tullius. Damals hatte sich der KHC dazu entschlossen, eine Etage aufzustocken - und entwickelte auch gleich ein Konzept für eine neue Tagungs- und Begegnungsstätte.

Anmeldungen gibt es auch schon: Mitte August haben die Landesbogenschützen ein Seminar im neu errichteten "Haus des Sports". Für den Oktober haben sich Athleten des Landesleistungszentrums der Kanuten aus Nordrhein-Westfalen angemeldet. Sie bereiteten sich auf die "German Masters" vor, berichtet Rothländer. (cob)

Oeffentlicher Anzeiger vom 29.07.2006, Seite 9.