"Haus des Sports" wartet auf die ersten Gäste

Ehemaliges Vereinsheim des KHC hat sich prima herausgeputzt / Heute ist die offizielle Einweihung

Vom 28.07.2006

Der symbolische Schlüssel des Haus des Sports wurde bei der Einweihung vom Architekt Michael Anton an den 1. Vorsitzenden des KHC Stefan Tullius übergeben.

 

Heute eröffnet der Kreuznacher Hockey Club (KHC) im Salinental sein zum "Haus des Sports" umgebautes Vereinsheim. Sechs Monate waren mehrere Firmen mit der Erweiterung des Gebäudes beschäftigt, das auf den Fundamenten eines ehemaligen Gradierwerks errichtet ist.

Von Dirk Waidner

Nachdem das Flachdach abgetragen war, wurde der Bau um eine Etage aufgestockt. In dem Obergeschoss befinden sich acht Übernachtungsräume mit insgesamt 21 Betten, die von Vereinen, Verbänden oder anderen Sportgruppen angemietet werden können. Jeweils zwischen zwei der sechs Dreibettzimmer findet sich ein Bad. Ein Zweibettzimmer und ein Einzelzimmer für Trainer oder Betreuer sind mit einem eigenen Bad ausgestattet.

Zusätzlich ist im ersten Stock ein Büro mit eigener Toilette eingerichtet, das vom Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland angemietet wird. Hier soll die Regionaltrainerin des Landesleistungszentrums für Kanuslalom, Jenny Apel, ihre Arbeit koordinieren. "Was Isolierung oder Leitungsführung angeht, ist hier oben alles auf dem neuesten Stand. Jedes Zimmer ist mit einem Telefon ausgestattet und bietet die Möglichkeit, Fernseher, Radio und Internet anzuschließen", betont KHC-Pressesprecher Stephan Rothländer, der für die Vermarktung des "Haus des Sports" verantwortlich ist und schwärmt vom herrlichen Ausblick auf Salinen und Stadion, der von den Zimmern aus zu genießen ist.

Auch im Keller wurde das Gebäude erweitert. Den Anbau mieten die Kanuten des RKV Bad Kreuznach an, die dort ein Bootslager mit Werkstatt und Geräteraum sowie zwei Umkleideräume mit Duschen einrichten. Ansonsten wurde der Keller saniert, wobei bisher nur die Toiletten für die Gastronomie fertig gestellt sind. "Die anderen Räume nutzen wir vereinsintern. Da sind wir noch nicht ganz durch, da wir das größtenteils in Eigenleistung vollbringen", berichtet Rothländer.

Durch den Anbau im Keller ergibt sich für das Erdgeschoss eine zweite Terrasse, die wie die Gegenüberliegende von der Gastronomie zu nutzen ist. Über diese ebenerdig liegende Terrasse können mittels einer mobilen Rampe auch Rollstuhlfahrer problemlos in das Erdgeschoss gelangen, in dem sich eine neue Behindertentoilette findet.

Gastraum und Küche sind komplett saniert und neu eingerichtet. Einen Pächter für das Restaurant sucht der KHC allerdings noch. Fürs erste arbeitet der Verein mit dem Internationalen Bund zusammen, der Catering und Reinigung übernimmt, wenn die ersten Gäste einlaufen. Und das wird schon am Samstag, 5. August, soweit sein. Dann richtet der KHC ein einwöchiges Hockey-Camp aus, an dem 22 Jungen im Alter von zehn bis 14 Jahren teilnehmen.

Zehn von ihnen kommen von außerhalb und werden im "Haus des Sports" übernachten. Als Highlight wird dabei der aus Bad Kreuznach stammende Nationalspieler Niklas Meinert eine Trainingseinheit leiten.

"An den Wochenenden sind wir in den nächsten drei Monaten schon ganz gut ausgelastet", ist Rothländer zufrieden. Sein Dank gilt in erster Linie Architekt und Vereinsmitglied Michael Anton, der den Umbau geplant und realisiert hat. "Er hat hervorragende Arbeit geleistet."

 

 

 

KHC "überglücklich mit dem Ergebnis"

Offizielle Schlüsselübergabe für das neue Haus des Sports / Großes Lob für alle Beteiligten

Vom 29.07.2006

Bad Kreuznachs Sportwelt ist um eine Attraktion reicher. Der Kreuznacher Hockey Club (KHC) hat am Freitag nach sechsmonatiger Umbauzeit im Salinental das Haus des Sports eingeweiht. Es bietet alles unter einem Dach, was Vereine oder Verbände für Lehrgänge brauchen.

Von Dirk Waidner

"Überglücklich mit dem Ergebnis" zeigte sich der KHC-Vorsitzende Stefan Tullius, der mehr denn je überzeugt ist, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Das Flachdach des alten Gebäudes sei absolut sanierungsbedürftig gewesen. "Also haben wir Überlegungen angestellt, das Haus aufzustocken und Übernachtungsmöglichkeiten zu schaffen". So habe der Verein "aus der Not eine Tugend gemacht". Tullius freute sich, einen Treffpunkt für Sportler geschaffen zu haben, der von Sportlern organisiert sei.

Besonderen Dank sagte er Bürgermeisterin Martina Hassel und dem Leiter des Olympiastützpunktes Rheinland-Pfalz/Saarland, Steffen Oberst, - auch wenn beide urlaubsbedingt zur Einweihung nicht hatten kommen können. "Sie haben sich beide sehr stark eingebracht und uns bei der Verwirklichung der Pläne unterstützt".

Auch vor den 450 Mitgliedern des Vereins zog Tullius den Hut. "Dem Vorstand wurde das nötige Vertrauen entgegen gebracht, und viele haben geholfen, wo immer es ging. Wir hatten viele Bauleiter hier", schmunzelte er.

Roger Lewenz, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Sport-Ministerium, zeigte sich beeindruckt. "Hier ist ein Projekt entstanden, das den eigenen Ansprüchen mehr als genügt". Der Verein habe großen Mut bewiesen, diesen Weg zu gehen, lobte er die Gastgeber. Nebenbei staunte er über die "wunderbare Lage" des Hauses.

Oberbürgermeister Andreas Ludwig versuchte gar, für Stadionatmosphäre zu sorgen und initiierte unter den Besuchern eine Welle. Sport sei die schönste Nebensache der Welt. "Vom Haus des Sports profitiert nicht nur der KHC, sondern der gesamte Sport in Bad Kreuznach und im Land." Dass die Stadt ein gutes Pflaster für Sportler ist, unterstrich der Präsident des Sportbunds Rheinland, Hermann Höfer. "Die sportliche Infrastruktur hier ist außergewöhnlich". Dies zeige sich nicht nur in den Erfolgen Bad Kreuznacher Sportler, sondern auch in der Art der Vereine zuzupacken. "Der nötige Mut und die Risikobereitschaft, solche Projekte zu stemmen, sind vorhanden."

Bevor Architekt Michael Anton zur offiziellen Schlüsselübergabe antrat, hatte er noch einen Dank für die Stadt parat. "Das war die schnellste Baugenehmigung, die ich in 20 Jahren Architektur bekommen habe." Die Arbeitsstunden der Mitglieder bezifferte er im fünfstelligen Bereich, was die außergewöhnliche Unterstützung aus dem eigenen Verein unterstreicht. Abschließend segnete Pfarrerin Claudia Schulz das Haus ein, ehe die Gäste zum Rundgang starteten. Für die Öffentlichkeit kündigte Tullius im September einen Tag der offenen Tür an, bei dem jedermann ein Einblick in das neue Haus des Sports mit seinen 21 Betten und dem Seminarraum gestattet wird.